Update 29.05.2015

 

Eine Liebeserklärung an mein Frauchen

Hallo, ihr da draußen ich bin Rozy aus Patras und hatte im Oktober 2012 einen Sechser im Lotto. Ich wurde damals in eine Transportkiste gesteckt, die mich dann in den kalten Norden, in ein neues Land brachte. Aber was dann mit mir geschah, war alles andere als düster und kalt, denn du mein liebes Fauchen hast mit deiner großen Liebe mir ein neues Leben geschenkt. Ich hatte so viel Angst vor allem und jeden. So dass ich es viele Monate nicht zuließ, dass man mich mental erreichte. Aber das gehört der Vergangenheit an, weil du so um mich gekämpft hast, mich nie aufgegeben hast und mit mir heute noch durch Höhen und Tiefen gehst.

Ich kann eben ganz die griechischen Zeiten nicht vergessen, zu tief sitzt das Erlebte und hin und wieder kommt auch noch die griechische Kämpferin in mir durch, vor allem bei anderen Hündinnen. Oder wenn in mir die griechische Jagdgöttin erwacht, dann mache ich es dir nicht so einfach.

Du erzählst mir immer wieder, dass dies mein zu Hause ist, ein zu Hause für immer. Jeden Abend darf ich diese zauberhaften Worte hören „für immer“. Dann legst du dein Köpfchen an meines und ich genieße so deine Nähe, wie ich es zuvor nie konnte und glaube mir, ich bin dann der glücklichste Hund auf Erden. Abends, wenn du dann in deinem Bett liegst, dann beobachtest du mich und wenn ich brumme und stöhne, weil ich mein weiches Hundebettchen so genieße, dann kommt gleich deine zarte Hand zu mir und streichelt mein inzwischen dickes Bäuchen. Ich spüre wie dann ab und zu eine Träne bei dir kullert, weil du so glücklich bist, weil ich so glücklich bin. Vielen Dank auch an meinen Hundekumpel Pepe, der den tollsten und unwiderstehlichsten Augenaufschlag in der Hundewelt besitzt. Er lebte schon vor mir bei dir und ist so ein sensibler, verwöhnter, großer, griechischer Hundemann. Ich war in der Anfangszeit nicht ganz so freundlich zu Pepe. Die Unsicherheit war einfach zu groß und ich war völlig überfordert mit der neuen Situation, trotzdem ja alles so toll war und sich alle so bemühten. Pepe, du hattest sicherlich Angst ich mache dir deine Stellung streitig und nehme dir dein geliebtes Frauchen weg. Und trotzdem warst du so nett zu mir und unser Frauchen verstand es, uns Beiden gerecht zu werden. Ihr habt mich so akzeptiert wie ich war und wir sind heute ein tolles Team. Liebes Frauchen ja du bist stolz auf mich, was ich bis heute nicht ganz verstehe, warum ein Mensch so etwas für mich empfindet und mir so viel Liebe entgegenbringt.

Es ist wohl dein großes Hundeherz. All die schönen Dinge die ich jetzt bei dir erleben darf, lassen mein kleines Hundeherz höher schlagen.

Ein warmes zu Hause mit Garten, lange Sparziergänge, Hundeschule, na ja muss nicht unbedingt sein, aber du hast dazu eine andere Meinung, hundegerechte Ernährung- du nennst es Barfen, regelmäßige Arztbesuche, Hundephysiotherapie mit Blutegeltherapie wegen meiner HD- Hüfte, um mir ein wenig die Schmerzen zu nehmen, die ich schon viele Jahre habe. Ja, und es hilft sogar. Nach über 2 ½ Jahren kugelte ich mich dann auf unserem Rasen über meine Rücken von rechts nach links und wieder zurück und als du es sahst warst du voller Freude, gabst mir einen dicken Kuss auf die Stirn und musstest es gleich meinem Herrchen berichten. Aber das Schönste für mich ist, dass es Menschen wie dich gibt, die mich verstehen, sich für mich einsetzen und an mich glauben. Ganz langsam und behutsam haben wir uns genähert und uns kennengelernt. Du hast dich informiert und gabst mir alle Zeit der Welt die ich brauchte.

Und so schreibe ich dir heute diese Liebeserklärung,

deine kleine Rozy- Maus.

 

 

 

 

Update 29.07.2014

Hallo Frau Düser,

ich hatte den Bericht von Nabucco gelesen und musste gleich an unsere Rozy denken. Uns Schwerinern geht es richtig gut. Rozy hat nach wie vor ihre Baustellen, aber sie ist viel entspannter geworden. Wir gehen seit Januar 2014 auch in eine neue Hundeschule nämlich zu Rütter's D.O.G.S. Schwerin, Sven Kunkel. Rozy ist dort viel lockerer drauf, da maximal nur noch 3-4 andere Hunde auf dem Platz sind. Es ist super dort und wir nehmen zurzeit am D.O.G.S.- Team- Cup 2014 teil.  Rozy läuft zwar außerhalb der Wertung, aber sie macht auch mit und das ist toll für unsere kleine Süße. Bei unseren Spaziergängen muss Rozy nach wie vor an der Schleppleine laufen. Daran wird sich wohl auch nichts ändern. Sie ist eben eine richtige Jagdmaus. Aber auf unserem Grundstück und auch in der Hundeschule läuft sie ja ungeleint und kann mit unserem Pepe toben, wenn sie möchte. Leider tut sie es sehr selten. Sie ist eben immer sehr reserviert. Auch auf dem Hundeplatz liegt sie immer ein wenig abseits. Sie ist so wie sie ist und wir lieben sie so wie sie ist und das denke ich ist das Wichtigste. Wir sind glücklich mit unserer Rozy und beide Hunde verstehen sich nach wie vor prächtig. Übrigens das Gespräch bezüglich Angsthunde mit Tatjana Schröder war für mich sehr hilfreich gewesen. Fühlte mich sehr gut danach und vor allem verstanden und es zeigte mir, es ist alles so in Ordnung, für „Rozy- Verhältnisse“.

Liebe Grüße Manuela, Pepe und Rozy aus Patras

 

 

 

Update 03.12.2013

Hallo Frau Düser,

unsere kleine Angsthündin Rozy lebt nun seit 1 Jahr bei uns. Als sie zu uns kam war sie total abgemagert, ängstlich, kannte keine Freude, kein Spielen. Sie war eine so traurige kleine Hundedame. Erst jetzt mit 1 Jahr Abstand, wissen wir, was Rozy für ein armseliges Häufchen Elend war. Selbst Monate später konnte man noch keine richtige Freude in ihrem Gesicht erkennen. Nach 4 Monaten holte ich mir dann Rat bei einer Hundetrainerin in der Nähe von Wismar. 5 Stunden lang ließ ich mich berieseln mit dem Ergebnis ich muss unserer Rozy noch viel Zeit geben, bis sie wirklich bei uns ankommt. Ich fühlte mich nach diesem Gespräch gut und fuhr mit der kleinen Maus wieder nach Hause. Ich wusste ich bin auf dem richtigen Weg.

Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden. Bei Rozy musste und muss immer noch sehr viel heilen und die Narben in dem kleinen Hundegesicht sind nur die sichtbaren Spuren, die die Vergangenheit bei unserer Maus hinterlassen hat. Hat man versucht mit ihr zu spielen ist sie weggelaufen, jedes lautere Geräusch hat Rozy unsicher gemacht. Menschen, Hunde, alles bedeutete für Rozy Gefahr.

Im April dieses Jahres besuchten wir das Hundepflegenest Sperlingsau, nördlich von Berlin. Es ist die Vermittlungsstelle von unserem Pepe, der jetzt inzwischen seit über 4 Jahren bei uns lebt. Es war Tag der offenen Tür und ca. 40 Hunde, fast alle ausschließlich Griechen, besuchten mit Herrchen, Frauchen bzw. mit der ganzen Familie das Hundepflegenest. Eine Hundetrainerin war auch parat und achtete darauf, dass alles friedlich ablief. Es hieß dann wir sollten auch Rozy von der Leine lassen. Mein Mann und ich hatten große Bedenken. Aber wir folgten der Bitte und ließen Rozy von der Leine. Aber schon nach kurzer Zeit war zu erkennen, dass es für alle Teilnehmer, ob Hund oder Mensch (vor allem Kinder) sicherer ist, wenn unsere kleine Angstmaus an der Leine geführt wird. Nach 2 Stunden war Rozy völlig überfordert, trotzdem wir uns schon immer etwas abseits gestellt hatten. Aber es half nichts, wir mussten nach Hause fahren. Die Hundetrainerin hatte es natürlich registriert und uns dann auch ihre Hilfe zu Thema Angsthund angeboten. Im August habe ich ihr dann geschrieben und einen lieben und hilfreichen Brief erhalten. Und wieder wurde ich in meiner Arbeit bestätigt.  

Aber die Geduld, viel, viel, viel Liebe und vor allem unser Ersthund Pepe haben sich dann ausgezahlt. Wir sind noch lange nicht da, wo wir eigentlich hin wollen, aber ich habe so viel Herzblut an die Kleine verloren und mein Mann sagt immer, sie ist ein ganz tolles Mädchen.

 

Hier jetzt einige Vergleiche:

Oktober 2012                                                          Oktober 2013

 1. Starker Jagdtrieb1. Starker Jagdtrieb nach wie vor, Rozy

läuft an einer Schleppleine. Wir üben       das Kommen, Sitz, vor allem wenn Rehe zu sehen sind. Nicht immer einfach, denn Rozy ist auch ein wenig stur. Und verfällt dann schnell ins „Jagdgeleut“.

  

2. Futterbeutel apportieren, Oh Gott, auch davor hatte Rozy lange Zeit Angst.                    

  

2. Apportieren auf unserem Grundstück findet sie inzwischen toll, jedoch spielt es unterwegs keine Rolle. Die Gerüche in der Natur sind einfach unwider-stehlich.                                                       

3. Auf unseren Sparziergängen sprang sie weder auf eine Bank, noch auf einen Heuballen usw. Jeder Gegenstand verunsicherte sie. Die pure Angnst stand in ihren Augen.                 Stöcken werfen war undenkbar  

3. Heute spring Rozy über Stock und Stein, sitzt auf Heuballen und hält Ausschau Inzwischen liebt  sie es, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Nach einem Jahr ein ganz anderer Hund. Seit Mai macht Rozy beim Mantrailing mit. Wenn da nur nicht die vielen Gerüche von Reh, Hase und  Fuchs wären, denn dann ist die Stinkersocke oder das Handy derjenige Person, die Rozy suchen soll, völlig egal. Und trotzdem haben wir viel Spaß. Ich sehe es mit einem Lächeln. Wir bleiben drann!!Pepe ist ihr ein super Vorbild und ich hoffe Rozy wird es auch mal so toll machen, denn ihre Nase ist vorzüglich. Sie hat jedenfalls viel Spaß an der Sache. Es geht schließlich in den Wald. Sparziergänge sind ihre ganz große Leidenschaft.      

  

 4.  Jeder Hundekot wurde gefressen                        

 4. Dem Himmel sei Dank, das gehört der Vergangenheit an. Es hat Monate gedauert. Sie war ein Schw......!!!!

  

5. Pullerchen auf dem Hof, dass war nur die ersten Wochen mit Leine möglich. Rozy hatte so viel Angst, sie kommt nicht wieder ins Haus.

5. Heute geht sie gerne nach draußen, auch wenn das Wetter nicht so schön ist.
  

6. Andere Hunde, eine große „Baustelle“ !!                Jeder Hund wurde stark weggebissen, egal welche Größe, welches  Geschlecht.                       

 6. Das ist immer noch ein großes Problem bei uns, aber inzwischen begrüßt sie Hunde die nicht größer sind als sie und die sie von unseren Spaziergängen her kennt freundlich. Es kommt  höchstens dann noch ein kleines knurren, denn Rozy möchte dann nicht weiter belästigt werden. Wir können dann auch zusammen mit dem anderen Hund spazieren gehen. Kein Problem!  Großen Hunden zeigt sie deutlich, dass sie ihr fernbleiben sollen. Auch das Toben anderer Hunde auf der Wiese der Hundeschule ist für sie immer noch nicht einfach. Sie ist eine Einzelgängerin, die einfach ihren Freiraum benötigt. Als sichtbares Zeichen dafür, trägt sie auch eine gelbe Schleife an ihrem Geschirr.Ich hoffe einfach die Zeit wird ihr noch mehr Sicherheit geben und es wäre natürlich traumhaft, wenn sie irgendwann mal mitspielen würde. Wir brauchen viel Geduld! Unseren Pepe hat sie im Sommer jedenfalls schon manchmal aufgefordert zum Spielen. Pepe hat es schließlich immer wieder bei ihr versucht, trotzdem sie ihn dann oft weggebissen hat oder einfach nur dastand.
  

7. Fremde Menschen, Kinder und Jugendliche die nächste große „Baustelle“. Rozy verfiel oft in Panik. Sie wollte nur noch weg oder knurrte und bellte massiv weg

 

 7. Heute begegnet Rozy fremden Menschen immer noch sehr ängstlich.  Um so älter und ruhiger sie sind, um so besser klappt es. Sie lässt sich von einigen Leuten sogar schon streicheln und nimmt vorsichtig auch sehr gerne Leckerlis an. Für uns ist es schon ein Erfolg, dass sie nicht mehr bei jedem Menschen in die totale Unsicherheit verfällt. Kinder und Jugendliche sind nach wie vor sehr schwierig. Sie muss ganz schlechte Erfahrungen in Griechenland gemacht haben. Aber auch hier hoffe ich, dass die Zeit ihr noch weiter helfen wird. Ich lobe Rozy immer mit extrem hoher Stimme, wenn sie mutig war. Sie ist dann wirklich ganz stolz auf sich und ich natürlich auch auf meine Rozy.

  

8. Rozy ist nicht nur ein Jagdhund, sondern auch ein ausgezeichneter Wachhund. Alles was sich am Grundstück vorbei bewegt wurde laut weggebellt.

 

8 . Wenn sie Kinder schon von weiten hört, legt Rozy los und möchte sie verjagen. Wir sind immer bemüht, sie dann zu ermahnen. Sie lässt sich dann auch    wirklich gut korrigieren. Alles was schnell an ihr vorbei huscht, ob Jogger, Fahrradfahrer oder eben auch tobende Hunde verursachen bei Rozy große Unsicherheit. Ich arbeite daran und sie ist gerade auf unseren Sparziergängen schon viel entspannter geworden. Es sei denn, es ist nur sehr begrenzt Platz, dann verfällt sie immer noch in den Fluchtreflex.  

  

9. Anfängliche Unsicherheit gegenüber unseren Pepe. Manchmal zog Rozy die Lefzen leicht hoch und knurrte.

 

 9. Heute ist Pepe ihre großer Freund und  ihre große Orientierungshilfe. Ohne Pepe wäre Rozy noch längst nicht da, wo sie heute steht in ihrem Verhalten. Beide Hunde verstehen sich super. Das ist übrigens für mich das Schönste.          

10. Körperliche Nähe, streicheln, kuscheln, oh das war Rozy unheimlich. Sie fand es sicherlich schön, aber Freude war lange Zeit nicht zu erkennen. Zu viel Angst und Unsicherheit. Sie hatte so etwas nie erfahren in ihrem Leben.                                                                 

 

 10. Heute genießt Rozy das Kuscheln und das Schmusen, das Bäuchlein wird oft gleich zur Verfügung gestellt, die Äug lein geschlossen und voller Zufriedenheit gestöhnt und gebrummelt. Es gibt jeden Tag dicke Knutscher und kleine Klapser auf den inzwischen dicken Popo           

 

 

immer noch nicht einfach. Sie ist eine Einzelgängerin, die einfach ihren Freiraum benötigt. Als sichtbares Zeichen dafür, trägt sie auch eine gelbe Schleife an ihrem Geschirr. Ich hoffe einfach die Zeit wird ihr noch mehr Sicherheit geben und es wäre natürlich traumhaft, wenn sie irgendwann mal mitspielen würde. Wir brauchen viel Geduld! Unseren Pepe hat sie im Sommer jedenfalls schon manchmal aufgefordert zum Spielen. Pepe hat es schließlich immer wieder bei ihr versucht, trotzdem sie ihn dann oft weggebissen hat oder einfach nur dastand.  Im Sommer sind wir übrigens zu Hause geblieben, weil wir Rozy es noch nicht zumuten wollten für 3 Wochen das Hundepflegenest zu besuchen. Im Oktober waren wir dann mit beiden Hunden für eine Woche in Dänemark. Wir sind extra an die Ostseeseite, in ein ganz ruhiges Feriengebiet gefahren. Es hat alles wunderbar geklappt. Nächstes Jahr im September wollen wir für 3 Wochen in den Urlaub fliegen. Dann bringen wir Rozy und Pepe zur Pflegemama ins Hundepflegenest „Sperlingsau“, nördlich von Berlin. Pepe hat dort immer viel Spaß. Wir fahren gerne den weiten Weg, da es für mich die einzige Pension ist, wo ich meine Hunde mit ruhigem Gewissen hingeben kann. Daher liegt noch viel Arbeit vor uns. Liebe Frau Düser ich bin unsagbar dankbar, dass ich Rozy vor einem Jahr vermittelt bekommen habe. Sicherlich wäre ein anderer Hund viel einfacher gewesen, aber man wächst ja mit seinen Aufgaben. Ich mag nicht daran denken, was aus der kleinen Maus geworden wäre. Nach heutiger Sicht weiß ich, die Vermittlungschancen standen eher schlecht für Rozy. So sehe ich es heute auch mit einem gewissen Stolz, das Rozy bei uns leben darf. Ich möchte keinen Tag, keine Stunde des letzten Jahres missen.

Wenn sie noch tolle Tipps und Ratschläge für uns haben zum Thema „Angsthund“ und starker Jagdtrieb, die für mich umsetzbar sind, würde ich mich freuen. Vielleicht können sie auch  Maria unsere kleine Geschichte erzählen. Aus Griechenland wurde damals berichtet, dass niemand Zugang zu Rozy hat. Aber eventuell kann sich Maria noch an Rozy erinnern und wenn sie unsere kleine Geschichte erfährt, sie in ihrer Arbeit bestärkt wird und vor allem Mut macht auch solche Hunde wie Rozy nicht aufzugeben und zu vermitteln. Ich möchte mich daher noch einmal im Namen von Rozy bedanken.

Das Hundeleben kann so schön sein. Anbei ein Foto von uns zu Hause, August 2013, Urlaub!

Übrigens hat Rozy ein ganz samtiges Fell bekommen.

 

 

Update 07.12.2012

 

Von Rozy

Hallo liebe Frau Düser,

heute ist es nun soweit. Rozy ehemals aus Patras möchte ein wenig ausführlicher von ihrem neuen zu Hause erzählen.

Ich bin nun schon fast 2 Monate in meinem neuen zu Hause in Schwerin. Zu meiner Familie gehören mein Frauchen Manuela, mein Herrchen Jens und mein Hundekumpel Pepe und noch eine Katzendame namens Huba Buba, die mit ihrem Gejaule manchmal ziemlich nervt. Mein Frauchen wollte natürlich wissen, was so in mir steckt, weil ich eine richtige Jagdmaus bin und so hat sie im Internet den Schweizer Niederlaufhund gefunden. Ich muss schon sagen, die sehen mir ganz schön ähnlich und die Charaktereigenschaften stimmen auch. Also ableinen ist schon mal gar nicht drin, denn dann bin ich weg und auf der Pirsch. Deshalb habe ich eine lange Schleppleine für mich. Das ist ganz o. k., denn mein Frauchen rennt auch schon mal mit mir mit. Sie kommt dann ganz schön ins Schwitzen und aus der Puste, aber sie macht es gerne für mich.  Sie sagt immer, wenn sie mit Pepe und mir unterwegs ist, Pepe ist ihr großer Schatz und ich bin ihre kleine Prinzessin. Pepe ist übrigens sehr sensibel, genauso wie ich es auch ein wenig bin. 

Zur Hundeschule gehe ich jeden Sonnabend um 11.00 Uhr bei den Horn`s. Eine richtig gute Hundeschule in der Nähe von Schwerin mit viel Erfahrung. Die ersten Male waren furchtbar. Ich hatte irgendwie totalen Schiss, aber jetzt geht es schon. Vor 2 Wochen bin ich dann auch mal brav sitzen geblieben und mein Frauchen ist ans andere Ende des Platzes gegangen. Stell dir mal vor und alle anderen Hunde mit ihren Frauchens und Herrchens haben mich dabei beobachtet. Habe natürlich fürchterlich gezittert. Dann hat mich mein Frauchen gerufen. Habe mich gar nicht gleich getraut loszulaufen. Aber mein Frauchen hat mich so lieb gerufen und dann bin ich schnell zu ihr gelaufen. Alle haben gestaunt, was ich da geleistet habe. War natürlich stolz wie „Bolle“. Sogar über einen Balken bin ich schon gelaufen, natürlich ganz vorsichtig. Stell dir mal vor Frau Düser, es gibt dann auf dem Hundeplatz immer ein Leckerli, wenn ich meine Sache richtig gut mache. Hin und wieder beiße ich manchmal immer noch die anderen Hundekumpel weg. Mein Hundetrainer sagt, dass ist nicht so schlimm, ich bin nicht aggressiv sondern sage in der Hundesprache eben nur, ich mag das nicht, lasst mich zufrieden. Ich bin aber schon entspannter geworden und mein Frauchen meint, irgendwann werde ich bestimmt auch ganz freudig mit den Anderen umhertollen. Vielleicht mache ich dann im Frühjahr nächsten Jahres auch beim Mantrailing mit. Pepe macht nämlich Mantrailing und sogar Agility. Und dann arbeitet er auch noch für den Malteser Besuchshundedienst in Schwerin. Er geht 1 x im Monat ins Alten- und Pflegeheim. Das ist schon ein toller Hundemann, das muss ich ja mal neidlos anerkennen. Aber nun wieder zu meiner Person.

Am Schönsten sind unsere Sparziergänge. Jeden Tag sind wir in der Natur unterwegs. Pepe darf natürlich ohne Leine laufen. Ich muss mir noch vieles bei ihm abkucken. Wenn Pepe Rehe sieht, lässt er sich gut abrufen, bleibt sitzen und lässt sich anleinen. Selbst wenn er mal hinterher läuft, pfeift Frauchen auf so einem schwarzen Ding, ich glaube das nennt sie Hundepfeife und dann kommt Pepe wieder zurück gelaufen. Davon bin ich Meilensteine entfernt. Dann geht unser Frauchen in Richtung Rehe lässt uns „Sitz“ machen und wir dürfen die Rehe beobachten. Pepe sitzt dann ganz relaxed neben mir. Ich aber zittere wie Espenlaub und jodle wie ein Weltmeister und will natürlich Beute jagen. Du siehst, liebe Frau Düser, ich mache meinem Frauchen das nicht ganz einfach. Aber sie sagt dann immer zu mir, das bekommen wir schon hin du kleine Maus. Natürlich nimmt sie mich dann kurz an die Leine und ich muss „Fuß“ gehen. Mit „Fuß“ gehen ist dann aber nicht viel drin. Ich entwickle dann sagenhafte Kräfte. Natürlich korrigiert mich dann mein Frauchen konsequent, auch schon mal mit einer härteren Stimmlage. Wenn ich dann sitze und ich nicht mehr ganz so aufgeregt bin, trotz Rehsichtung, werde ich immer ganz doll gelobt. Ich bin übrigens nicht nur die kleine Prinzessin, manchmal auch das Mäuschen, oder die Schnecke und unterwegs, wenn ich mich an der Schleppleine abrufen lasse oder ganz lieb „Sitz“ mache, gibt es auch immer ein Küsschen auf die Nase. Es sei denn, ich habe gerade Kot gefressen. Das mache ich nämlich manchmal. Dann küsst mich mein Frauchen natürlich nicht und sie sagt ich bin ein „ Sch....“.

Die Menschen und Hunde, die wir öfters treffen, machen mir auch keine Angst mehr. Manche haben sogar Leckerlis in der Tasche und dann traue auch ich mich heran. Wenn wir jetzt bei dem Schmuddelwetter nach Hause kommen werden wir mit einem Handtuch abgerubbelt. Das finde ich prima und möchte immer die Erste sein. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich nie solche Aufmerksamkeit bekommen habe und nun kann ich das Leben voll genießen. Ich stecke mein Köpfchen immer ins Handtuch hinein und möchte noch mehr. Pepe schupse ich dann immer vorsichtig beiseite. Er wartet dann geduldig und schaut aus der Tür hinaus.  

Vor Kindern habe ich immer noch sehr viel Angst. Neulich war der kleine Neffe von meinem Frauchen bei uns zu Besuch. Er ist 4 ½ Jahre alt. Wir sind zusammen spazieren gegangen. Er hat mich aber nicht weiter beachtet. Darüber war ich ganz froh. Im Haus dann, bin ich immer ins Obergeschoss gelaufen. Und dann musste ich auch immer Bellen. Mein Frauchen macht dann, dieses komische „Psch und schnippt mit den Fingern, dann höre ich auf zu bellen. Aber ich muss mich dann immer noch wieder kurz bemerkbar machen. Als sich Frauchens Schwester und ihr Sohn in der Diele angezogen haben, bin ich die Treppe ganz schnell runter gelaufen, habe mich hinter meinem Frauchen versteckt und die Sache genau beobachtet, ohne zu bellen. Toll haben sie dann alle zu mir gesagt. Pepe lag natürlich ganz relax in der Diele neben unserem Neffen. Also habe ich mir gedacht, die tun mir nichts Böses.  Ja, ich werde meine Ängste schon noch bei Seite packen. Mein Frauchen sagt immer, ich hätte wohl keine guten Erfahrungen mit Kindern gemacht. Und auch meine ganzen Stellen am Körper lassen vermuten, dass mein vorheriges Leben sehr hart war. Aber das zählt jetzt nicht mehr. Jetzt schauen wir nur noch in die Zukunft und die sieht wohl rosig aus für mich (eine gewisse Namensähnlichkeit ist ja auch vorhanden). Immer tolles Essen jeden Tag. Stellt euch mal vor mein Frauchen kocht Hühnerherzen, Hühnermägen und Hähnchenschenkel für uns ab. Dann gibt es auch mal frisches Rinderhack mit einem rohen Ei und das Trockenfutter (ohne Getreide, Pepe ist nämlich Allergiker) schmeckt auch ganz lecker. Dazu kommen die schmackhaften Leckerlis oder auch mal leckerer Käse usw., wie im Schlaraffenland. Im Haus liegen dicke kuschelige Hundekissen für uns. Abends schlafe ich auf einem großen Hundekissen neben dem Bett von meinem Frauchen. Da fühle ich mich am Sichersten und am Wohlsten. An die kalten Temperaturen muss ich mich erstmal gewöhnen.  Bei unseren Spaziergängen stört mich das kalte Wetter nicht, aber wenn ich zum Pullern auf den Hof soll, dann möchte ich nicht hinaus. Leider weiß ich noch nicht so recht wie ich mich bemerkbar machen kann und das ich nicht einfach ins Haus pullern darf. Gott sei Dank ist es in den fast 2 Monaten bis jetzt nur 4 x  passiert. Gestern gerade wieder. Mein Herrchen sagt, es sei seine Schuld gewesen, denn ich saß ja vor der Haustür. Mein Herrchen dachte ich würde nur Ausschau halten nach meinem Frauchen, die war nämlich nur noch einmal kurz weggefahren. Ich finde es toll, dass niemand mit mir schimpft. Das Missgeschick wird einfach beseitigt, fertig, aus. Deshalb geht mein Frauchen lieber einmal öfters mit mir auf den Hof. Was sein muss, muss sein, auch wenn es nun mal kalt  draußen ist. Wenn ich dann gepullert habe, höre ich immer „fein gemacht Rozy“. Wenn ich das meinen Hundekumpels in Griechenland erzählen würde, zeigen die mir einen Vogel. Es gibt da so ein Gedicht von einem unbekannten Straßenhund. In der letzten Strophe steht, dass der Norden kalt ist, aber die Herzen noch warm. Das wünsche ich mir für alle Herzen, nicht nur für die die im Norden leben.

So liebe Frau Düser, das soll es erstmal für heute gewesen sein. Mein Frauchen beschreibt mich übrigens so: ängstlich dominant, ein bischen sensibel, stur, Jagdtrieb ohne Ende, totale Schönheit, wunderbares Geschöpf, einfach nur zum Lieb haben.  

Ich wünsche allen vom Patras Team und allen die in irgendeiner Weise helfen, dass es den armen Hundeseelen in Griechenland besser geht, eine schöne Vorweihnachtszeit, ein ruhiges Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Eure Rozy nebst Familie  

PS: Hier noch ein Foto von mir. Habe immer Angst, wenn der Fotoapparat kommt, trotzdem mein Frauchen mich schon riechen lassen hat an diesem komischen Ding. Sie lacht dann immer und sagt Mäuschen wovor hast du nur immer soviel Angst. Ich weiß es auch nicht!

 

 

Update 23.10.2012

nach diesem wunderschönen Wochenende kann ich berichten, dass sich Rozy langsam aber doch sicher in die richtige Richtung entwickelt. Keine Panikatacken mehr. Ihr Futter bekommen beide Hunde gleichzeitig, jedoch habe ich Rozy dabei immer noch an der Leine. Sie ist einfach noch zu erregt, wenn sie merkt , dass ich die Näpfe vorbereite. Wenn sie zu aufgeregt ist, im Auto oder an der Haustür, bevor es rausgeht, knurrt Pepe sie nur ganz kurz an. Das vesteht sie und sie wird ein wenig ruhiger. Ansonsten scheinen beide Hunde von Tag zu Tag sich besser zu verstehen. Am Sonntag bin ich mit Pepe zum Agility gefahren. Rozy blieb bei meinem Mann auf dem Hof. Mein Mann sagte mir danach, Rozy hätte eine halbe Stunde lang gewinselt und auch ein wenig gebellt, erst dann hatte sie sich beruhigt. Wennn Pepe bei ihr ist, dann ist sie ruhig. Am Sonnabend waren wir in den Pilzen, dass war natürlich toll für Rozy. Gestern in den Wiesen, beim Spaziergang, rannte sie schon teilweise ausgelassen umher. Jedoch wenn ich sie rufe, reagiert sie noch nicht. Ich muss erst immer einen kleinen Ruck an der Schleppleine auslösen. Auch auf dem Grundstück haben wir sie immer noch an der Schleppleine. Sie wuselt uns immer noch zu viel umher und wir haben den Eindruck sie würde einfach noch zu schnell die Gelegenheit nutzen loszulaufen. Mein Mann hat schon 2 Stellen gesichert, aber das reicht noch nicht. Wir haben noch andere kleine Stellen gefunden, wo sie sich eventuell durchschieben könnte. Bei unserem Pepe damals hatten wir nicht das Gefühl, dass er gleich weglaufen wollte. Wir konnten ihn sofort von der Leine lassen. Aber jeder Hund ist anders. Wir brauchen bei unserer kleinen Maus ein bischen mehr Geduld. Vielleicht war sie ja eine richtige Streunerin. Nächsten Sonnabend fange ich mit Roy in der Hundeschule an. Bin gespannt. Dann muss sie ohne Pepe auch ganz taff sein. Heute sind beide Hunde bis 15: 15 Uhr alleine. Mal schauen, aber ich bin guter Hoffnung. Ich werde wieder berichten und nun noch ein paar Fotos von den ersten Tagen.

 

 

Update 16.10.2012

Rozy hat es geschafft sie hat ein schönes Zuhause in Deutschland gefunden und durfte heute reisen. Wir wünschen ihr viel Glück. 

Update 03.04.2012

Rozy, Hündin, ca. 2 Jahre alt

Rozy lebte mit mehreren Hunden am Uni Gelände. Dort störten die Hunde und so wurden sie ins Tierheim gebracht. Nun suchen wir für Rozy ein Familie.

 

 

Carolin Fertig

www.patras-hunde.de

E-mail: Carolin.Fertig@googlemail.com

Tel: 0171/2687165

 

 

 

 

Patras Hunde e.V.    renate.dueser@t-online.de