Update 07.08.2016

 

Ein Brief an Wotan und Baldur

Hallo ihr beiden Fellnasen,

hier schreibt euch 1 Jahr nach eurer Ankunft in Deutschland euer Herrchen.
Ihr beiden habt uns mittlerweile so viel Freude und auch Arbeit bereitet, dass man gar nicht glauben kann, dass es erst und schon ein Jahr ist, welches ihr bei uns seid.

Was haben wir nicht alles durchgemacht? Am Anfang der Kampf gegen die Flöhe, die ihr mitgebracht habt, die alle Bäder und Spot-Ons überstanden und denen erst Bravecto den Gar aus gemacht hat, welches euch auch vor festbeißenden Zecken schützt.

Natürlich auch die alles bestimmende Angst gegenüber jedem fremden Menschen, die auch heute noch euren Alltag bestimmt, der ihr mit lautem Bellen zu jeder Uhrzeit entgegen tretet.

Die Angst vor neuen Orten, die besonders dich, Baldur, plagt. Auf Straßen, die du noch nicht oft gegangen bist, möchtest du am liebsten mitten in der Mitte laufen, so weit weg von allem fremden Neuen wie es geht.

Die fast panische Angst wieder verlassen zu werden, die es praktisch unmöglich macht euch tagsüber alleine zu lassen, da ihr beiden euch dann auf eure Wurzeln besinnt und wie Wölfe das Haus zusammen-heult.

Aber selbstverständlich auch die unzähligen positiven Momente:

Eure Lernbereitschaft und Auffassungsgabe. Ihr wisst genau wohin ihr dürft und wohin nicht, die Küche ist tabu und wird nur im Ausnahmefall betreten, zum Beispiel wenn dort jemand von uns ist, den ihr unbedingt begrüßen müsst. Oder wo im Wald Sachen liegen, die man unbedingt mal probieren muss. Vielleicht haben wir ja vergessen, dass ihr das nicht fressen dürft ;)

Euer Verhalten in beängstigenden Situation, welches euch immer nur an Flucht denken lässt und nicht an Angriff. Selbst wenn das heißt, dass die Leine sich im Gebüsch verheddert.

Euer Vertrauen in uns, das wir wissen was das Beste für euch ist. Auch wenn die tote Maus nach eurer Meinung gut schmeckt, lasst ihr sie euch problemlos aus der Schnauze nehmen ohne grummeln oder knurren. Wir sind der Chef und was wir sagen stimmt, meistens ;)

Euer Verhalten wenn wir was essen. Ihr bettelt nicht, ihr wollt nichts vom Tisch. Ihr legt euch in euer Bett und ruht, bis wir fertig sind. Und das macht ihr sogar dann, wenn dort andere Personen sind neben uns. Welche ihr sonst verängstigt beäugt oder verbellen wollt.

Eurer Gehorsam. So langsam lernt ihr, was komm her und Aus bedeutet, und so langsam setzt ihr es auch um. Zu eurem und zu unserem Leidwesen leider nicht so schnell wie erhofft und erwünscht. So lange dieses auch nicht reibungslos funktioniert, müsst ihr auch leider weiterhin an der Leine laufen.

Euer Routine-Verhalten und wie schnell ihr euch darauf einlasst. Wenn etwas 2 bis 3 mal hintereinander genau so passiert, fordert ihr es beim 4. Mal regelgerecht ein.

Natürlich haben wir auch das eine oder andere gelernt, von und durch euch. Zum Beispiel dass wir uns nicht einmischen, wenn ihr euch untereinander streitet oder zankt. Umso friedvoller wird die nächste Zeit, wenn es wieder geklärt ist, was euch verstimmt hat.

Oder dass das angeblich beruhigende Mutter-Pheromon bei euch beiden nicht half, sondern daran Schuld war, dass ihr nachts nicht durchgeschlafen habt. Bis wir es vor einem Monat wieder entfernt haben. Logisch, ihr beiden habt ja leider eure Mutter niemals kennen gelernt. :(

Natürlich haben wir auch noch Arbeit vor uns mit euch:
Das Menschen an unserem Grundstück vorbei gehen ist normal, deswegen müsst ihr nicht bellen.
Das Menschen zur gleichen Zeit wie wir spazieren gehen ist normal, deswegen müsst ihr nicht bellen.
Das Menschen in letzter Zeit nur noch in ihr leuchtendes Plastikding in der Hand anstarren und sich in größeren Gruppen zusammenrotten ist leider auch normal, kein Grund zu bellen und Angst vor ihnen zu haben.
Das wir Besuch bekommen, ist auch normal, kein Grund zu bellen. Aber dieses bessert sich auch langsam, muss ich euch zugestehen.
Das ihr an der kurzen Leine lauft und euch unserer Geschwindigkeit anpasst, ist ein weiterer Punkt auf der To-do-Liste.
Das ihr an der langen Leine nicht mit voller Kraft, besonders du, Wotan, hast davon eine Menge, zieht, daran arbeiten wir auch.

Aber um es positiv abzuschließen:

Es ist wunderbar euch zu beobachten, wenn ihr miteinander über Wiesen jagt um euch zu jagen und zu raufen und dabei so viel Spaß habt und alles um euch herum vergesst. Wenn ihr im Spaß im Haus um einen Stoffknochen kämpft. Wenn du, Wotan, dich versuchst mit deinen bulligen 22-23 Kg im Gras duckend an deinen Bruder anzupirschen, um dann 3m vor ihm in Angriff zu gehen.
Wenn du, Baldur, deinen Bruder damit veräppelst, in dem du konzentrierst in eine Richtung schaust und sobald Wotan dort hinguckt auf ihn zurennst und umrennst.
Es macht einfach so viel Spaß mit euch beiden, dass es definitiv kein Fehler war euch beide zu nehmen, auch wenn uns das unsere Arbeit mehr als erschwert und den Weg mehr als verlängert.

Zu sehen an unseren Nachmittagsspaziergängen, wenn jeweils ein Leinenführer mit einem von euch beiden geht. Dann kann fast kommen was will, ihr nehmt alles entspannt ohne zu bellen hin. Sobald ihr wieder zusammen seid, wird alles, was vor 5 Minuten noch egal war, wieder verbellt.

Aber trotzdem:

Es hat sich gelohnt und es lohnt sich weiterhin und wir werden euch, wenn nichts dramatisch unvorhersehbares dazwischen kommt, nie mehr trennen. Versprochen!

 

 

 

Update 27.09.2015

 

Liebe Freunde von Patras,
 

hier schreibt euch die neue Familie von Wotan und Baldur, euch sind sie besser bekannt unter ihren ehemaligen Namen Nathar und Nestor. Nathar heißt nun Baldur und Nestor wird jetzt Wotan gerufen. Nachdem die beiden sich so langsam an uns gewöhnen ist nun mal Zeit für eine kleine Zwischenmeldung.
 

Aber von Anfang an:

Noch am Tag der Ankunft hat uns Wotan direkt mal herausgefordert, in dem er sich noch im Parkhaus auf der dritten Etage direkt erst mal aus dem Halsband befreit hat und nun frei übers Parkdeck stolziert ist. Also erst mal Baldur ins Auto hieven, der sich direkt in die hinterste Ecke gedrückt hat und Wotan wieder einfangen, was nach fast einer Stunde auch geglückt ist. Damit das nicht noch einmal passiert, sind wir direkt einen Umweg gefahren und haben zwei Geschirre in ihrer Größe gekauft, danke nochmal an die Verkäuferin, die ins Auto geklettert ist um die richtige Größe zu finden. Mutig bei fremden ängstlichen Hunden ;) Zu Hause angekommen erst mal raus aus dem Auto, Leine angelegt, im Garten festgemacht und tief durchatmen, sowohl Mensch als auch Hund. Aber noch am selben Tag, gegen Abend, war schon anfänglicher Körperkontakt, im Form von Schnüffeln und leichtes Streicheln möglich. Aber jedes mal erst nachdem sich Wotan und Baldur sicher waren, dass ihnen diese Hand nicht weh tut. So vergingen die ersten Tage, mit immer mehr Vertrauen ihrerseits und möglicher Zuwendung unsererseits. Spaziergänge waren nur sehr kurz und dienten ausschließlich der Erleichterung. Das man dieses draußen macht, haben die beiden sofort verstanden und verinnerlicht, so schnell dass wir nur 2 x einen Haufen und eine Pfütze in der Wohnung hatten. Um keine Fehler zu machen, direkt eine Tiertrainerin gesucht, die sich mit ängstlichen Hunden auskennt und glücklicherweise sogar eine aus unserem Dorf gefunden :D Durch die nun 3 Stunden mit der Trainerin haben wir gelernt, wie wir mit den beiden verfahren sollen (wir arbeiten mit dem Click-Verfahren) und wann und wie die Spaziergänge besser werden. Besonders bei diesen sieht man immer kleine Fortschritte. Wenn am Anfang noch alles Angst eingejagt hat, sei es Menschen, Autos oder im Wind bewegende Pflanzen, hat sich dieses mittlerweile auf Fahrradfahrer und leider immer noch Menschen reduziert, aber auch da geht es voran. Unsere Trainerin kommt auch weiterhin alle 2 Wochen, um diese Fortschritte zu begleiten und immer neue Tipps zu geben. Nach 2 Wochen konnten wir auch schon mal eine Nacht 6-7Stunden durchschlafen, ohne dass wir geweckt wurden durch ein Bellen oder Jaulen, aber meistens hieß es doch mal mitten in der Nacht aufstehen, um die beiden, besonders Wotan, wieder zu beruhigen. Bis jetzt gibt es aber immer noch Nächte, bei denen man nichts hört, aber auch welche, bei denen sich besonders Wotan erst beruhigt, wenn einer von uns selbst in direkter Nähe schläft. Mittlerweile sieht man auch schon ihre persönlichen Charaktere: Wotan ist zu Hause der verschmuste neugierige Erkunder, der die Grenzen testet und draußen der ängstlichere der beiden, der scheinbar bedrohliche Situationen lieber aus sitzt. Baldur liebt zu Hause die ihm bekannten Ecken und Plätze, erkundet neue Räume oder Orte lieber erst mal gar nicht, und draußen der aufmerksamere alles verbellende Hund, der auch gerne sich in die Leine wirft um die Richtung vorzugeben. Aber sowohl zu Hause als auch draußen auf großen überschaubaren, bekannten Wiesen, haben die beiden für sich das Spielen und sich jagen und Rennen und Spaß haben gefunden. Nach nun 7 Wochen (erst???) können wir definitiv sagen, dass die beiden zwar noch einen langen und schweren Weg zu gehen haben, aber wir wissen schon jetzt, dass sie am Ende und auch jetzt schon zwei Hunde sein werden, die nicht nur Bildhübsch sondern auch super lieb und intelligent sein werden. Und wir werden den Weg mitgehen, da wir sie und sie uns schon jetzt viel zu lieb haben, um noch nicht mal daran zu denken das Handtuch zu werfen. Auch nachts um 2 Uhr nicht, selbst wenn man weiß dass in drei Stunden der Wecker klingelt und die Arbeit ruft, der Wotan aber trotzdem nicht schlafen will. :D

 

 

 

Update 24.08.2015

Wir haben die ersten Fotos von Nathar und Nestor auf ihrem neuen Zuhause bekommen :-)

 

 

Update 01.08.2015

Nathar hat zusammen mit seinem Bruder ein schönes Zuhause gefunden, wir wünschen ihnen viel Glück.

Update 25.02.2015

Nathar und sein Bruder Nestor warten immer noch sehnsüchtig auf ein Zuhause in Griechenland. Wir können es gar nicht verstehen warum sich bis jetzt noch niemand für die süßen Schlappohren interessiert hat. Nathar ist etwas größer als sein Bruder Nestor und hat jetzt ca. eine Schulterhöhe von 48-50 cm und wiegt ca. 13 kg. Beide sind auf ihrer Pflegestelle mit anderen Hunden und Kindern aufgewachsen.

 

 

 

Update 26.11.2014

Wir haben neue Fotos von Nathar bekommen

 

 

Update 07.11.2014

Nathar, ca. 4 Monate alt, ca. 35 cm groß, Rüde

Nathar und sein Bruder Nestor wurden von Tierschützern neben einer Mülltonne an einer Autobahnraststätte gefunden. Die kleinen hatten zu diesem Zeitpunkt noch die Augen geschlossen und mussten mit der Flasche großgezogen werden. Beide leben seitdem zusammen auf einer Pflegestelle in Griechenland. Diese hat uns nun um Hilfe gebeten bei der Vermittlung damit wir ein schönes Zuhause finden. Wenn Sie sich in Nathar verliebt haben und ihm ein schönes Zuhause schenken möchten, dann setzen Sie sich mit seiner Kontaktperson in Verbindung.  

 

 

 

 

 

Claudia Sopjani

dog-fit@web.de

Tel. 0179/8373779

(Montags bis Samstags ab 19.30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ganztags)

 

 

 

 

 


 

Patras Hunde e.V.    renate.dueser@t-online.de