Eine kleine europäische Geschichte

Patras (Griechenland) und Karlsbad (Deutschland)

Wo soll ich anfangen, oder besser noch wann?

Heute

, 13.09.2013 ist Tag Nr. 7 von Emma in unserem Haus. Gerade hat sie mit Fuchur , unserem zweiten Griechen gespielt, während Jester, unser erster Grieche, mehr oder weniger fassungslos daneben saß. Jester ist inzwischen unser Ruhepol im Rudel, mit seinen etwa sieben Jahren ist er reich an Erfahrung und Reife. Doch so war es natürlich nicht immer …..

Dezember 2011

, Jerry-Lee, unser Bearded Collie ist gerade die große Regenbogenbrücke emporgestiegen, mit über 13 Jahren. Seine Weggefährtin Nash trauert heftig und verfällt zusehends. Nedde, die beste Frau von allen, stöbert im Internet und stößt auf die Seite der Patras Hunde, und dort auf Jester, ein Blick und es war um sie geschehen. Jester lässt sie nicht mehr los, und so kontaktiert sie zum ersten Mal die Patras-Hunde.

Die Woche darauf

kommt Ute angereist und macht bei uns die Vorkontrolle, die bestehen wir mit Bravour. Wir bewohnen ein Haus am Ortsrand, Türe auf und ab auf die Wiese, was kann es Schöneres geben.

Kurz vor Neujahr

landet Jester in Frankfurt. Alle Helfer sind sehr freundlich und hilfsbereit. Jester sitzt in seiner Transportbox wie ein Häuflein Elend. Der Flug hat ihn sehr gestresst, und er ist sehr ängstlich. Man kann ja nur ahnen was er in seinem Hundeleben schon alles erlebt hat. Zuhause angekommen baden wir ihn doch gleich, sein Fell ist verpinkelt und verdreckt, und wellt sich über Rippen und Knochen. Die erste Nacht verbringen wir im Wohnzimmer, denn dort hat er sich gesetzt und bewegt sich keinen Zentimeter.

Er kam mit knappen 11 kg an

, ist heute normal ernährt und hat Idealgewicht für seine Größe von 21 kg. Aus dem Entlein wurde ein Schwan, sein Fell ist das weichste welches man sich vorstellen kann, sein Gemüt ist unbeschreiblich. Wenn er sich freut dreht er Pirouetten und hüpft und bellt dabei. Vergessen sind die Startzeiten in denen er Schuhe fraß, Kataloge fledderte oder Brillen kaute. Heute lachen wir über seine Streiche, die uns damals natürlich auch in Rage brachten. Treu, treuer, Jester. Nedde besuchte die Hundeschule mit ihm und er ist inzwischen Freigänger, egal wo wir sind. Niemals würde er jemandem etwas tun, weder Mensch noch Tier.

Mit diesen tollen Erlebnissen

war dann Nedde ein Jahr später wieder im Netz unterwegs. Mich lockte sie mit den Worten schau mal, der sieht aus wie Jester`s Bruder ….. Und da war er, mein Fuchur. Gerade mal ein Jahr alt, und dieser Lausbubenblick. Ich musste wieder und wieder auf die Seite gehen und ihn mir ansehen. Nedde war begeistert: „Den nehmen wir zur Pflege, JA?"

Fuchur landete im März 2012

in Frankfurt, frech und munter, und ich war dahin. Wir dachten anfangs noch er wäre bei uns zur Pflege. Doch nach wenigen Wochen war eine Trennung von Jester und Fu nicht mehr möglich, und von mir, seinem Herrchen ja auch nicht. Die Beiden lagen nur noch gemeinsam auf dem Teppich, sogar im Körbchen und auf der Couch. Auch wenn Fu deutlich stürmischer war, er gehörte gleich zu uns. Hundeschule musste sein, inzwischen hat er die Begleithundeprüfung abgelegt und diverse Kurse absolviert. Weil ich eher etwas nachlässig bin, darf er nur auf kurzen Strecken frei laufen, denn es ist ein Fu, und ein Fu ist ein Jagdhund der auf Vögel steht. Auch wenn er nicht fliegen kann. Aber ich und wir bleiben dran, damit auch er ein ganz freilaufender Hund wird.

Nash unser Mädel erlebte so etwas wie einen zweiten Frühling

, aus dem alten Hündel wurde wieder eine fröhlich springende Oma. So waren ihr noch zwei glückliche Jahre in ihrem neu gewachsenen Rudel vergönnt. Sie folgte Jerry-Lee dieses Jahr über die große Regenbogenbrücke, ebenfalls im Alter von über 13 Jahren.

Nedde fühlte sich alleine mit drei Männern im Haus

, und suchte wieder auf der Seite der Patras-Hunde nach einem weiteren Herzchen. Emma, vormals Malika, entdeckte sie erst nach einigem Suchen, eine etwas kleinere junge Dame. Fell vom Kopf bis Schwanz, 40 cm hoch und 2 Jahre jung.

Und da wären wir wieder im Heute

. Emma landete letzte Woche am Samstag ebenfalls in Frankfurt. Stolz marschierte sie aus ihrer Reisebox, und eroberte Nedde im Sturm. Den Jungs kaufte sie den Schneid ab, wedelt fast ununterbrochen mit dem Schwanz und ist überall dabei. Jester und sie liegen zusammen auf der Couch, Fu und Emma toben quer durchs Haus und haben einen riesen Spaß. Teilen die Körbchen und Höhlen, Couch und Spielzeug. Sie ist verschmust und anhänglich, und hat, wie die Jungs, eine gute Seele.

Und so werden wir sicher mal wieder zu Pflegestellenversagern

, ich sehe es kommen, wir werden uns auch von Emma nicht mehr trennen wollen.

Was lernen wir daraus?

 

 

Patras-Hunde sind ausgesprochen sozial eingestellte Tiere, verträglich, verschmust und unglaublich dankbar.

Patras Hunde e.V.    renate.dueser@t-online.de