Update 07.07.2015

Hardy hat gestern seine letzte Reise in den Himmel angetreten =((((((

Als ich letzten Freitag zum Sommerfest fuhr, da ging es ihm schon nicht soo gut. Aber durch den Krebs hatte er mal bessere, mal schlechtere Tage. Am Samstag hatte er dann bei meiner Mutter gar nichts mehr gefressen, fing an zu erbrechen und hat sie sehr böse angemacht, als sie sein Zimmer betreten wollte, das allein hätte mich nun nicht beunruhigt, denn er ist halt Hardy und das er bei anderen mal austickt ist seine "Natur" *g. Ich habe ihm extra als Rückzugsort ein komplettes Hundezimmer eingerichtet, welches auch nur ihm gehört, hier hatte er sich dann auch hin verzogen. Bei mir hatte Hardy dann ab Sonntag wieder die Hälfte seiner normalen Portion gefressen aber nur noch Leckereien. Ein absolutes Alarmzeichen, denn Hardy würde für Essen alles tun. Auch erbrach er bis gestern sein Futter weiter. Er hatte ziemlich starke Schmerzen, wobei die nicht nur allein von dem Krebs her rührten, sondern auch von seinen anderen 4 Baustellen. Er hatte ja schon immer seine Probleme mit der Pilzerkrankung im Kopf und den Ohren. Die frei liegenden Zahnhälse, wo er ständig eine Zahnfleischentzündung bekommen hat und auch waren die Analdrüsen die letzten Wochen stark entzündet. Die Abstände von den Vollnarkosen wurde von Jahr zu Jahr geringer um ihn überhaupt behandeln zu können, denn er hat sich ja von einem TA nicht anfassen lassen. Gestern morgen lief ihm dann Blut aus dem Maul und er knurrte und brummte nur noch vor sich her, auch konnte man sehen das der Bauch immer aufgeblähter wirkte und sehr hart und  straff war. Also auf zum Bruhn. Wir haben noch ein Ultraschall gemacht und die Flüßigkeit im Bauchraum untersucht aber nur mit dem erschreckenden Ergebnis, dass der Lebertumor riesig geworden ist und definitiv bösartig sei. Ich habe dann vor Ort entschieden Hardy einschläfern zu lassen, sodass er jetzt keine Schmerzen mehr hat. Eine schwierige Entscheidung, denn Hardy war vom Kopf her noch total klar aber da er auch Blut im Maul hatte, hatte ich auch Angst, dass der Tumor platzen könnte =( Interessanter weise durfte Björn Hardy streicheln. Auch den Ultraschall hat Hardy ohne Narkose mitgemacht. Es wirkte so als wenn Hardy sich gar nicht mehr wehren wollte, denn normaler weise hätte er nicht eine Pfote in ein fremdes Haus gesetzt und schon gar nicht hätte er sich hoch heben lassen etc pp.
 
Nun ist er also fort und hinterlässt ein riesiges Loch =( Schon heute morgen hat er mich nicht geweckt, so wie er es jeden morgen zur selben Uhrzeit gemacht hat. Ich brauchte keinen Wecker, ich hatte einen echten Hardy! Ich habe immer gesagt Hardy ist wie ein Hells Angels Boss zu seiner Frau: Er beschützt sie, ist nach außen hin der starke Macker aber innerlich verehrt er seine große Liebe und würde alles für sie tun. Ja, und so lebten wir beide auch zusammen - egal was andere von uns sagten. Dennoch war er weiß Gott kein Engel aber eben mein kleiner Hasi *g Ich habe so viel von ihm gelernt. Er hat mir gezeigt wie man ein Rudel führt, wie man mit dem schwierigsten Hund zurecht kommt und das auch die Redzone Fälle tolle Schmusehunde werden können. Ich hätte dieses Wissen mir nie aus Büchern oder sonst woher aneignen können, dafür danke ich ihm sehr. Hardy war früher ein sehr aggressiver Panikhund, der auf andere Hunde genauso wie auf Menschen ging, doch er hat mich bis zu letzt immer wieder überrascht. Er hat gerade im letzten Jahr ein absolut tolles Jahr hingelegt. Er hat ohne Probleme jeden Hund, den ich mitgebracht hatte ins Haus gelassen, sowie ich jetzt ohne Probleme auch meine Freunde wieder einladen und Hardy mit dabei bleiben durfte. Ja bei dem einen oder anderen kletterte er sogar mit auf die Couch und kam zum kuscheln, keiner hat geglaubt, dass Hardy mal so böse war.
Letztes Jahr hat Hardy sich dann auch noch verliebt in eine nette Hundedame namens Mathilda =))). Mathilda hat ihm einen zweiten Sommer beschert, denn auch im letzten Jahr dachte ich schon einmal jetzt ist es bald zu ende mit ihm. Er wollte nicht mehr spazieren und wurde immer ruhiger. Doch als Mathilda kam war er hin und weg. Plötzlich lief Hardy wieder eine Stunde spazieren und zog immer hinter ihr her. Sie lagen überall zusammen und wirkten wie Siamesische Zwillinge...
 
Fast 8 Jahre hat dieser Hund nur Scheiße erlebt, war der längste Tierheiminsasse in Patras und nun muss er nach 4 Jahren des Glückes schon wieder weiter ziehen. Es ist nicht fair...

 

 

 

 

Update 22.06.2012

 

Update 15.05.2012

 

Ein wuffiges Hallo an all meine Kollegen, Freunde und ehemalige Mitinsassen,

 

Für die die mich noch nicht kennen, ich bin Hardy und komme aus Griechenland. Ja ich bin ein waschechter Grieche, ich bin nämlich ein Hellinikos Ischnilatis, ein Jagdhund, den es eigentlich nur noch sehr wenig gibt. Man nennt uns auch Griechischer Laufhund, weil wir sehr ausdauernd laufen können um Wildtiere aufzuspüren, zumindest wenn wir gesund und munter sind. Ich komme also aus Griechenland, genauer gesagt aus Patras, der dritt größten Gemeinde des Landes. Dort gibt es  ein so genanntes Tierheim, wo mich eigentlich fast jeder Hund kennt der dort in den letzten 5 ½ Jahren ein und ausgegangen ist und das waren viele sehr sehr viele Hunde! Aber denkt ja nicht das es ein Tierheim ist wie Ihr es hier in Deutschland kennt mit Fußbodenheizung, Doppelzimmern, „all you can eat“ Buffet,  Spielwiese und jede menge Gassiegehern. Nein sicher nicht =(

In Griechenland ist es so wie in den meisten Südlicheren Ländern. Wir Hunde werden in einen Zwinger gesperrt, teils ohne Sonnenlicht und fristen dort oftmals unser ganzes Leben. Wir werden behandelt wie Dreck, wie Ratten die eigentlich auch liebenswerte kleine Geschöpfe sind. Nur man unterschätzt uns Tiere halt immer und immer wieder. Aber nun zurück zum Tierheim, also die Menschen dort, haben kaum Zeit und Lust uns ein wenig Liebe zu schenken, wonach ich und auch meine Freunde sich sehr oft gesehnt haben. In den Zwingern herrscht teilweise der blanke Horror. Kleine Hunde, große Hunde, alte Hunde, junge Hunde alle habe ich gesehen. Sie kamen, sie gingen aber meistens blieben sie. Bis(s) sie eines Tages tot neben mir lagen oder auf mysteriöse Art und Weise verschwunden sind. Doch das Schicksal derer die dort ihr Leben lassen mussten bekamen auch die Erlösung und die Vergangenheit zurück! Es ist schon komisch, wie die Menschen von Leben und Tod reden. Ich meine, alle reden davon als wäre Tod das Gegenteil von Leben. Aber so ist es nicht. Das Gegenteil von Tod ist Geburt. Von Leben gibt es kein Gegenteil!

Ich kann euch gar nicht erklären was man in über 5 Jahren Tierheimgeschichte alles so mitbekommt. Oftmals träume ich nachts ganz schlimm, wache mit gefletschten Zähnen auf oder knurre ganz doll im Schlaf. Ich habe Angst, habe doch soviel erlebt in meinem Leben. Wobei ich irgendwie nie etwas Schönes erlebt habe. Ich habe früher bei einem Jäger gelebt doch er hielt mich für einen Taugenichts. Doch warum muss ich Tiere aufspüren und Dinge tun für die ich nicht geschaffen bin auch wenn meine Vorfahren es getan haben?! Ich bin halt anders, ja ein wenig stur und eigensinnig aber immer hin bin ich ich und lasse mir nichts aufdiktieren. Wenn wir nicht auf der Jagd gewesen sind war ich auch hier in einem Zwinger eingesperrt oder durfte an einer Kette den „Hof“ unsicher machen. Der Jäger war mich eines Tages leid, gab mich im Tierheim ab mit den Worten „ der taugt zu nichts, macht mit ihm was ihr wollt!“. Im Grunde konnte ich hier drüber sogar noch glücklich sein, denn normaler Weiße werden Jagdhunde, so wie ich es einer bin, einfach erschossen. Es ist für einen Jäger die einfachste Art und Weise einen unbrauchbaren Hund loszuwerden. Doch ich war ihm wohl zu freundlich, als das er mich einfach so umlegen konnte. So landete ich also hier. Das ist nun weit über 5 Jahre her. Erinnern kann ich mich zwar an den Tag genau aber im Tierheim kommt einem jeder Tag sooo lang vor. Das laute bellen der anderen Hunde, die Aggressivität und die Selbstaufgabe, ich kann euch gar nicht sagen was schlimmer ist. Das ganze Leben spiegelte sich immer und immer wieder in meinen Gedanken, Schwarz – Weiß –Schwarz – Weiß aber von Farbe keine Spur. Eine einzige Schattenwelt die sich vor mir aufgebracht hatte und die einzige Möglichkeit hier zu leben war sich auf diese Welt einzulassen.

Eine Welt in der Einsamkeit eine der Stärksten Mächte ist.

Tagsüber lag ich oft einfach mit offenen Augen in einer Ecke des Zwingers und überlegte ob irgendwann etwas anders geworden wäre, wenn ich mich nur ein Mal anders verhalten hätte, hatte ich doch ein Fehler begann? Sollte ich mir selbst die Schuld für mein Leben geben? Die Fragen die sich in meinem Kopf drehten waren alle so haltlos. Habe doch den kleinsten immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden, habe immer alle wieder aufgemuntert, doch bei mir selbst war es die schwerste Aufgabe die mir auferlegt worden ist. Mir schien das Leben hier so unendlich, so aussichtslos.

Wenn meine Freunde nicht in eine Deutsche Familie vermittelt worden sind und nicht krank waren, dann wurden sie manchmal auch in eine Griechische Familie vermittelt aber meistens dauerte es dann nicht lange und sie waren wieder hier im Tierheim. Wir Hunde haben dann immer Wetten abgeschlossen, wie lange es denn diesmal dauern wird. Die Ausreden von den Menschen sind echt lustig, wenn das nicht alles so ernst wäre, dann hätten wir uns täglich drüber amüsieren können. Doch es war leider bitterer ernst. Die meisten Griechen schaffen sich nur einen Hund an um irgendwelche Dinge zu bewachen oder um den Kindern etwas zum spielen zugeben. Liebe gibt es bei den wenigsten. Eine der wenigen netten Menschen dort ist ein Engel namens Maria sie besucht uns Hunde dort immer mal wieder und fotografiert uns, damit wir in Deutschland ein richtiges zu hause bekommen. Sie hält immer tapfer ihre Hand über uns und spricht uns Mut zu, doch wenn Maria wieder geht ist auch die einzige Abwechslung des tristen Alltags vorbei. Viele Hunde haben Maria ihr Leben und ein neues zu hause zu verdanken. Doch die meisten Hunde die in Deutschland adoptiert werden sind kleine süße Welpen, was ja auch ok ist, bin ich doch ein Gentleman und habe gelernt das Hündinnen und Welpen eigentlich zuerst gehen sollten aber es kamen ja immer wieder welche nach. War ein Hund vermittelt standen mindestens 3 schon wieder in der Tür. Einer schlimmer dran als der andere. Das kann man sich gar nicht vorstellen was für traurige Geschichten diese Hunde haben. Schwer verletzte, misshandelte, ausgesetzte es gab wirklich nichts was ich nicht gesehen habe. Jeden Abend standen wir jaulend an den Zwingertüren und sangen still ein Liedchen „lass uns raus, lass uns gehen, lass uns in die Freiheit sehen. Immer wieder haben wir uns gefragt, warum man uns die Freiheit stahl, doch ein Grund haben sie uns nie genannt….“

 Das hat mir natürlich alles nicht weiter geholfen. Nacht für Nacht träumte ich davon endlich Gras zuspüren, Wärme, Liebe und Geborgenheit zu bekommen, doch jeden Morgen wachte ich durch lautes Hundegebell wieder auf und fragte mich mal für mal für wen ich eigentlich  existiere.

Gleich auf  merkte ich wie die Zeit verrann. Mittlerweile war ich ja auch kein junger Spund mehr. Meine Tagesaufgabe bestand daraus zu zählen wie viele graue Haare ich um mein Schnäuzchen dazu bekommen habe.

Glaubt mir es ist der reinste Horror. Ich traute mich nicht mehr aus meiner Hütte, der Fraß was die Menschen dort als Hundefutter bezeichnen ekelte mich an, meistens gab es abgekochte Hühnerknochen a pro pro Knochen meine Knochen taten mir weh, liegt Ihr mal ständig auf Betonboden rum! Ich glaube ich habe mir eine leichte Arthrose zugezogen und Muskeln hatte ich gar nicht mehr. Bin ja kaum noch aufgestanden. Spazieren gehen oder gar Laufen durften wir ja eh nicht. Ich konnte nicht mehr… ich wollte nicht mehr… habe mich fast aufgegeben, doch irgendwie hab ich immer noch an dieses einzige Wunder geglaubt. Ich glaubte an einen besseren Tag, auf ein wenig Sonne in meinem Leben.

 Doch dann kam ein Engel eines Nachts zu mir, als alles für mich aussichtslos schien. Sie sah mich damals zum ersten Mal im Internet, als die Schwester von meinem Engel einem genauso traurigen Hund ein neues Leben ermöglichen wollte. Das hat die Schwester auch getan sie hat nämlich meinen liebenswerten Kumpel Paris aus Athen adoptiert.

 

Doch auf der Suche nach diesem Geschöpf ist das Augenmerk meines Engels irgendwie bei mir hängen geblieben. 2 Monate später hat eine kleine Fee ihr übriges getan, sie hat meinem Engel einen Traumstaub in die Augen gerieben. Sie war in der Nacht wirklich bei mir. Wir unterhielten uns und ich flehte sie an mir doch irgendwie zu helfen. Diese Begegnung war sooo intensiv, dass meine Liebste schweiß gebadet morgens aufwachte! Ihr kleines aber weiches Herz schlug ihr bis zum Hals und sie wusste genau was zu tun war. So schrieb sie ziemlich schnell eine Email an die tierliebe Frau die alles ermöglicht, dass wir lieben Hunde nach Deutschland einreisen dürfen. Nachdem ziemlich schnell alles weitere in die Wege geleitet wurde, versprach man mir, dass mein Leiden bald ein Ende haben wird. Und tatsächlich eines Morgens stand auf einmal Maria vor mir, sie öffnete die Tür und sagte „Komm Hardy du hast es Geschafft, du darfst gehen, flieg in deine Freiheit du darfst Leben!“ Ich wusste zuerst gar nicht ob das nun ein schlechter Scherz sei oder ob ich alles nur geträumt habe. Aber es war tatsächlich wahr!

Leider musste ich nun für ein paar Stunden in eine enge Box, doch seid mal ehrlich machte mir das eigentlich noch irgendetwas aus?

Es war immer hin kein Betonboden mehr! Und keine anderen großen Hunde die mich verkloppen wollten! Was dann passierte ist für mich unbeschreiblich! Ich kam in Deutschland an und eine junge Frau öffnete lächelnd die Tür. Ich drehte mich zu ihr um und „Wow“ da war sie also, mein Engel! Ihr Blick war voller Hoffnung und sie streckte ihre Arme zu mir aus. Ich sah sie an und es war sofort um mich geschehen, ich habe mich sofort verliebt. Sie nahm mich in den Arm und eng umschlossen saßen wir hier nun, mitten auf dem Flughafen in Düsseldorf, so viele Menschen habe ich noch nie zuvor gesehen aber für uns beide war es ein Moment in dem wir ganz alleine waren. Sie streichelte mich. Es war ein unbeschreibliches Gefühl. Ich lebte nur den Augenblick könnte er doch bloß endlos sein. Ich spürte, dass dieses Zusammentreffen alles verändern würde. Zaghaft freute ich mich und wir gingen zu Ihrem  Auto. Ich wusste sofort wo ich hingehörte nämlich nicht mehr in die Transportkiste im Kofferraum sondern auf die weiche elegante Rückbank! Ich sag euch soooo ein Luxus, ich prüfte die plüschige Decke gleich und kuschelte mich richtig schön rein „rrrrrr“ ein tolles Gefühl!

 

Die Fahrt in mein neues zu hause war irgendwie schön =) Ich durfte aus dem Fenster schauen, die Wolken über mir sehen, die Sonnenstrahlen genießen, mich recken, strecken und ein wenig die Augen zu machen! Es war so unbeschreiblich, in all den Jahren habe ich nicht einmal Sicherheit verspürt. Im Auto war es mein erster Schlaf, den ich endlich genießen konnte. Jedes Mal wenn ich aufwachte war dort dieses Licht, es zeigte mir auf einmal Farben, die ich niemals zuvor gesehen habe. Farben eines Regenbogens. Ich wusste sofort ich war auf dem richtigen Weg. Zwischen durch machten wir eine Pause und mein neues Frauchen ging mit mir auf einen Rasen an einem Rastplatz. Sie öffnete die Tür des Wagens und bat mich heraus, was ich mir natürlich nicht zweimal hab sagen lassen. Wir gingen ein Stück auf dem frisch gemähten Rasen entlang doch hatte ich nur Augen für sie, zum Dank habe ihr die Füße geküsst! Ich war ihr doch so unendlich dankbar für die Freiheit, für den ersten Gang seit vielen Jahren auf einem Stück Gras, Leute, Ihr könnt euch nicht vorstellen was in dem Moment in mir los war! Könnte der Moment doch endlos sein! Glück, Freude, Lebensgefühl! Jedes Mal wenn ich sie angesehen habe, wackelte ich am ganzen Körper, es war so unglaublich. Frauchen wollte dann weiter und ich wusste natürlich sofort in welches Auto wir steigen mussten. Irgendwann waren wir dann DA in meinem neuen zu Hause und ich sag euch das warten hat sich gelohnt. Ich staunte echt nicht schlecht als ich nach 5 Stunden Fahrt endlich angekommen war. Denn heute wohne auf einem alten Gutshof, umgeben von Wiesen und Wäldern. Habe eine richtige Familie, bekomme Liebe, Aufmerksamkeit und Geborgenheit, frisches Futter und habe viele Hundekumpels…

Naja eigentlich sogar einen zuviel. Denn hier wohnt noch ein neunmal kluger Border Collie. Boar ich sag euch das ist ein „Oompa Loompa“. Der weiß wirklich alles besser und will ein dauernd beweisen was für ein ach so toller Kerl er doch ist. Ich sag nur so viel der kleine Hosenscheißer saß grad mal eine Woche oder maximal 10 Tage in einem Tierheim hier vor Ort aber er ist ja der Meinung das wäre ja soo schlimm gewesen. Gut man hat ihn bei –16,5Grad und 50 cm tiefen Schnee ausgesetzt, so haben wir da schon etwas gemeinsam aber hallooo das kann man ja wohl nicht vergleichen, immer hin saß ich  2007 1/2 Tage länger als er in einem Tierheim und vergleichbar ist das wie gesagt bei weitem nicht. Ich sag nur Fußbodenheizung. Ansonsten ist der echt lustig, dass er von einer alten Pudeldame erzogen worden ist auch zu merken, der kann vielleicht jammern, dauernd tun ihm die Füße weh, und heult sobald sich jemand seinen heiß geliebten Haustieren nähert. So kam es natürlich wie es kommen musste ich hab mich erst mal voll mit dem „Oompa Loompa“ angelegt, lass mir doch von so einem neunmal klugen nicht meine Traumfrau wegnehmen, hab sie doch gerade erst gefunden. Aber das hat sich als keine gute Idee rausgestellt. Meinem Frauchen scheint nämlich sehr viel an ihm zu liegen. So hat sie mir klipp und klar gesagt, dass es sie nur im Doppelpack mit ihm gibt andererseits müsste ich in eine andere Familie vermittelt werden. Das traf mich echt hart, da war ich doch so verliebt in sie, war so glücklich endlich erfüllte sich mein Traum, sollte das nun alles zerplatzen?! War ich so weit gekommen um letztendlich doch wieder in einem Zwinger zulanden oder bei irgendwelchen Verrückten?! Nein bestimmt nicht. Ich brauchte Hilfe! Nur wen sollt ich hier fragen?! Vielleicht die alte Pudeldame, man sagt alten Tieren ja eine gewisse „Eulenhaftigkeit“ nach und tatsächlich! Sie erzählte mir wie sie es damals geschafft hat in der Familie zu bleiben. Der Großvater meines Engels züchtete Pudel schon vor Ewigkeiten. So kam also meine Pudelfreundin auf die Welt. Dauernd klingelte es dann an der Haustür und immer mehr von ihren Geschwistern wurden einfach mitgenommen und lebten von nun an in ganz Deutschland verstreut, ja manche zog es sogar bis in die Schweiz. Doch sie wollte nicht irgendwo hinziehen, sie wollte hier bleiben genau wie ich heute. Also hat sie jedes Mal wenn Interessenten kamen geschrieen, als wenn sie aufgespießt worden wäre, hat sich unter Stühlen verkrochen und die Menschen dachten irgendwann, dass sie Psychisch labil wäre. Geholfen hat es also! Keine Interessenten, kein Umzug. Ich war echt erstaunt, hatte ihr das alles gar nicht zugetraut aber es brachte mich dann auf einen Plan =D ich heiß ja nicht um sonst Hardy und auf den Kopf gefallen bin ich ja schon mal gar nicht. Also habe ich mir etwas überlegt, denn wie schafft man es nicht in eine neue Familie zukommen, nicht vermittelt zu werden?! Ja man muss so tun als wenn man gaaaaanz böse ist, dann kommt man zumindest nicht zu nervenden kleinen Kindern, die einen an den Haaren ziehen und mit Legosteinen bewerfen. Gesagt getan! Wenn ich mich daneben benehme mag mich keiner und will mich auch keiner! Ich fing also an zu bocken, an der Leine zu zerren, einen ausgeprägten Jagdinstinkt zu haben, Essen zu klauen, bei Regen nicht raus zugehen und dafür auf den Teppich zu pinkeln (ach Gott Frauchen war so traurig, musste den ganzen Nachmittag putzen, sie tat mir so Leid, dass ich es auch nicht noch mal getan hab), Menschen anzuspringen, zu knurren wie ein Weltmeister, mein „Oompa Loompa“ zuärgern, und damit es auch ganz real rüber kam, musste ich leider auch einfach mal so zubeißen und mich auf ihn stürzen, ich sag euch Leute so macht man das!
Es hat sich natürlich niemand gemeldet, Strike! Zu meinem Frauchen war ich natürlich immer genau das Gegenteil, lieb, aufmerksam, charmant. Habe ihr im Haushalt geholfen, ich sag euch helft einer Frau das Bett abzuziehen und schaut ihr beim kochen liebevoll über die Schulter, freut euch anschließend über das hervorragende Essen und die Frau frisst euch aus der Hand. Wenn das immer noch nicht klappt, dann helft ihr noch ein wenig beim Bügeln und sammelt die dreckige Wäsche im Haus zusammen und ihr habt sie im null Komma nix um den Finger gewickelt. Nachts wenn sie dann schläft, hüpft einfach zu ihr ins Bett, kuschelt euch an und gebt noch ein Küsschen auf die Wange und spätestens dann kann sie zu euch nicht mehr nein sagen.

Jeden Morgen kneife ich mich also und stelle fest „Hardy es ist kein Traum du hast es wirklich geschafft! Die alten Zeiten sind vorbei und ein neues Leben hat begonnen!“ Und das obwohl ich weit über 5 Jahre als unvermittelbar galt und nicht weil ich ein Listenhund bin. Nein ich bin ein Hund wie alle anderen auch doch saß ich einfach zur falschen Zeit am falschen Ort!

All diese Worte die man mir in all den Jahren an den Kopf geworfen hat, haben mich gemacht, all diese Schläge haben mich bedacht, all diese Tritte haben mich betroffen und nie hat es von euch einen je getroffen. Still war mein Leiden habe nie etwas gesagt doch habe ich gehofft und still um Hilfe gefleht. Heute weiß ich für wen ich existiere! Ich lebe nur für Sie mein Herz mein Geist meine Seele! Mein Frauchen.

 

Dieser eine Augenblick hat alles in meinem Leben verändert, wenn ich nun zurück schau in mein altes Leben dann soll es nur noch der Himmel sehen können. Meine Erinnerungen werde ich eines Tages hinter mir lassen und werde nur noch an ihrer Seite sein!

Nun bin ich hier und jeden Morgen freue ich mich sooo sehr wenn mein Frauchen wach wird. Ich schaue immer nach ob sie schon wach ist und lecke ihr die Hand ab. Wenn sie dann endlich aufsteht dann sieht sie so niedlich zerknautscht aus und ich kann mich einfach nur noch auf sie stürzen. Sie ist so unglaublich, dass man schon von ihrem Anblick weiche Knie bekommt, dass einem das Herz schmilzt und dass man in diesem Augenblick ohne irgendwelche Einschränkungen weiß, dass die Welt ihre Ordnung und ihren Sinn hat!

Ich muss sie morgens immer erst mal knuddeln und dann geht’s mir so richtig gut! Ich will leben, auf zum Frühstück!

 

Fortsetzung folgt…

 

Lieber Hundemensch, bitte entscheide dich für einen Hund aus dem Tierschutz und vergiss uns älteren Hunde nicht. Wir werden es euch immer DANKEN!

 

Liebe Hundenasen da draußen in Patras, Griechenland und der ganzen Welt haltet durch eines Tages geschieht auch euer Wunder und wenn es manchmal über 5 Jahre dauert, denkt immer dran:

 

Monde und Jahre vergehen, aber ein schöner Moment leuchtet das ganze Leben hindurch!

 

Euer endlich glücklicher Hardy

Heute hab ich dir noch mal ein Foto von Hardy beigefügt =) Das ist nämlich im Moment eine gaaaanz typische Situation für den kleinen Witzbold.

Ich soll dir von ihm sagen, dass er sich schon gaaaaanz doll auf den Winter freut =D besonders wenns irgendwann mal 2 stellig in die Minusgrade geht oder der erste Schnee kommt *g aber schau selbst ....

 

ganz liebe Grüße

 

Britta, Heike und der ganze Zoo 

 


 

 

 

UPDATE 22. November 2011

 

 

 

Die Geschichte eines unvermittelbaren Tierheimhundes aus Griechenland!

~ aus über 5 ½  Jahren Angst, Zweifel und Selbstaufgabe,

 ist ein Himmel auf Erden geworden~

 

                                              

 

 

 

 

Patras Hunde e.V.    renate.dueser@t-online.de